Lastminute-Reisen out?

Erschienen in: Allgemein
Erschienen am: 05.10.2006

Die Tourismus Branche diskutiert schon lange darüber, welche Bedeutung Lastminute Reisen noch haben. Der Drang auf den “letzten Drücker” zu buchen, hat in der Tat nach gelassen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun, dass Lastminute Reisen insbesondere ein deutsches Phänomen des Sparens sind.

Hier der Artikel aus pressetext.at:

“Last Minute”-Reise: Verschmähtes Produkt der Anbieter
Deutschland als internationale Ausnahme beim “Trip in letzter Minute”

Dass im Fremdenverkehr nicht weltweit die gleichen Gesetze herrschen, belegt eine Studie des Forschungsinstitutes Ulysses – Web-Tourismus http://www.web-tourismus.de in München: Während in anderen Ländern für Last-Minute-Reisen teils sogar höhere Preise durchgesetzt werden können, steht der Begriff “Last-Minute” im deutschsprachigen Raum nahezu synonym für “extrem günstig” – und das mittlerweile branchenübergreifend. Dieser Umstand erklärt auch, warum diese Art der Reise von den Veranstaltern als “Stiefkind” behandelt wird. Auch die Wertschöpfung dieser Urlaubsform gilt als extrem gering.

“Einsparungen von bis zu 40 Prozent sind zwar möglich, allerdings werden diese Angebote immer rarer”, meint Dominik Rossmann, Ulysses – Web-Tourismus Geschäftsführer, im pressetext-Interview. “Wie beliebt diese Reiseform ist, wird deutlich, wenn man sich das Buchungsverhalten ansieht”, erklärt Rossmann: 2005 haben die Deutschen 4,8 Mio. Last-Minute-Reisen unternommen. “Allerdings unterliegt die Zahl der gebuchten Last-Minute-Reisen großen Schwankungen wie beispielsweise der Lage der Feiertage.” Die Kunden mögen diese Art des Urlaubs einfach, kommt der Experte zum Schluss. “Außerdem ist diese Reiseform auch Ausdruck eines speziellen Lebensgefühls von Unverbindlichkeit, Schnelligkeit und Spontaneität. Die Last-Minute-Reise passt hervorragend in unsere Zeit.” Kritik gebe es allerdings seitens der Veranstalter. “Sie haben es versäumt, dem Billig-Image der Last-Minute-Reise frühzeitig entgegenzuwirken und klagen über eine im Prinzip unattraktive Reiseform, da sie wenig lukrativ ist.” Daher werde versucht diese Reiseform langsam vom Markt zu drängen, auch wenn die Kunden Spontanurlauben positiv gegenüber stehen.

Durchschnittlich haben die Deutschen im Vorjahr für Last-Minute-Angebote 416,5 Euro ausgegeben – das sind rund 1,5 Prozent weniger als 2004. Allerdings zeigen sich vor allem bei den Reiseausgaben klare Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und zwischen den Geschlechtern. Fast 40 Prozent aller Last-Minute-Reisen kosteten 2005 zwischen 200 und 399 Euro. Knapp 15 Prozent der Kunden gaben mehr als 600 Euro pro Person aus. Die hohen Last-Minute-Reiseausgaben resultieren jedoch hauptsächlich aus spontanen Fernreisen. Die beliebteste Last-Minute Destination war Spanien – mit einem 20 Prozent Absatz-Marktanteil. Griechenland und Portugal präsentierten sich als Länder mit überdurchschnittlichen Reiseausgaben im Kurzfristbereich.

“Das wirtschaftlich völlig normale Prinzip – je später man kommt, desto teurer wird es – scheint im deutschen Reise-Bereich nicht umsetzbar, lautet die Meinung vieler Anbieter”, meint Rossmann. Neidische Blicke gebe es in Richtung angelsächsischen Raum, in dem die Kunden offenbar bereitwilliger mehr zahlen, wenn sie knapp vor Reiseantritt erst buchen. Dass die Deutschen allerdings auf dem Sektor so preisunelastisch sind, widerlegt Rossmann. “Im Durchschnitt 2,9 Prozent hätten die Reisenden für ihren Last-Minute-Trip mehr bezahlt, bevor sie auf den Spontanurlaub verzichten würden”, kommentiert Rossmann das Untersuchungsergebnis. Im Klartext bedeutet dies, dass die durchschnittlichen Ausgaben für den Spontanurlaub 2005 nicht 416,5 Euro betragen würden, sondern knapp 429 Euro. “Das sind theoretisch pro Person fast 13 Euro mehr. Für eine Branche, die kaum verdient, ist das viel Geld”, so Rossmann. In der Untersuchung komme allerdings auch heraus, dass 43,2 Prozent der Last-Minute-Reisenden nicht bereit gewesen wären, auch nur einen Cent mehr auszugeben. “Es bleibt dennoch zu bezweifeln, ob dies dann tatsächlich so passiert, denn es geht ja schließlich um die Entscheidung für oder gegen den Urlaub”, meint Rossmann. Schuld an der Schnäppchenjagd seien aber die Veranstalter selbst gewesen, denn sie haben dieses Billig-Image unter dem sie jetzt leiden, mit Beginn der 1980er Jahre selbst verursacht. “Angesichts der nunmehrigen Ergebnisse müssten die Anbieter allerdings positiv gestimmt sein”, meint Rossmann abschließend im pressetext-Interview.

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Last-Minute nicht immer ein Schnäppchen

Erschienen in: Tourismus & Verkehr
Erschienen am: 12.06.2006

Auch bei Last Minute Angeboten sollte man das Kleingedruckte lesen.

In der Hoffnung auf Schnäppchenpreise starten auch in diesem Jahr wieder viele Deutsche kurz entschlossen in den Sommerurlaub. Vergleiche und der Blick ins Kleingedruckte sind aber auch bei Last-Minute-Angeboten unerlässlich, mahnen Verbraucherschützer.

Den vollen Artikel gibt es hier.

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Der Trend zu Last-Minute ist nicht aufzuhalten

Erschienen in: Allgemein
Erschienen am: 10.06.2006

Vier Wochen vor Beginn der Sommerreisewelle geht die Last-Minute-Saison in die heiße Phase: Wer die Frühbucherrabatte verschmäht hat, geht häufig erst kurz vor Urlaubsbeginn auf Schnäppchensuche. Und anders als von den Reisekonzernen geplant, sind nach Expertenansicht auch im Sommer 2006 noch massenhaft günstige Last-Minute-Reisen im Angebot. Die große Mehrheit von 1119 Reisebüromitarbeitern sagte in einer Umfrage der Zeitschrift „Urlaub perfekt“, sie rechneten mit ebenso viel oder sogar mehr Schnäppchenangeboten als im Sommer 2005.

Weitere Infos hier. 

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Croatia Blog - 27.03.2016
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