Manipulation beim Spiel Kroatien – Serbien in der Handball EM?

Erschienen in: Sport
Erschienen am: 16.02.2006

War es manipuliert?

Schwere Anschuldigungen gegen Serbien und Vujovic

Der serbische Nationaltrainer Veselin Vujovic steht wieder einmal im Mittelpunkt einer unerfreulichen Geschichte für den Handballsport. Der frühere Olympiasieger Vujovic, nicht zuletzt aufgrund seines Kung-Fu-Tritts nach dem Champions League-Spiel gegen Flensburg auch den deutschen Fans bestens bekannt, soll bei der EM in der Schweiz seine Mannschaft aufgefordert haben, das Spiel gegen Kroatien zu verlieren. Serbien, bereits zuvor ohne Chancen auf das Halbfinale, verlor die Partie und Kroatien zog in das Halbfinale ein.

Bereits in der vergangenen Woche berichteten serbische und kroatische Zeitungen von den Manipulationsvorwürfen gegen Veselin Vujovic und verwiesen auf einen serbischen Nationalspieler, der allerdings anonym bleiben wollte. In der größten spanischen Sportzeitschrift Marca untermauerte jetzt Torhüter Arpad Sterbik die Vorwürfe, dass zunächst Vujovic und dann auch zwei Offizielle des serbischen Verbands die Mannschaft gebeten hätten das Spiel zu verlieren. Dafür habe die serbische Auswahl in der Zukunft “etwas gut”.

Im Spiel selbst war von einer “Manipulation” nur wenig zu erkennen. Beide Teams gingen, wie erwartet, mit großem Engagement zur Sache, davon zeugen über zwanzig Strafminuten und drei Rote Karten. Mit einem Zwischenspurt nach der vierzigsten Spielminute, als Serbien mit sechs Toren in Folge von 20:20 auf 26:20 davonzog, fiel die Entscheidung, am Ende gewann Kroatien mit 34:30 und zog so in das Halbfinale ein. Bei einer Niederlage wäre die kroatische Auswahl das verlorene Spiel gegen Russland aus der Vorrunde zum Verhängnis geworden, aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs wäre die russische Auswahl in das Halbfinale eingezogen.

Sterbik hatte zunächst die aufkeimenden Vorwürfe abgestritten, dann aber gegenüber der “Marca” doch eingelenkt. Bestätigt werden die Vorwürfe auch vom ehemaligen serbischen Nationalspieler Dragan Skrbic, der erklärte, ein Gespräch zwischen Sterbik und dessen verletzten serbischen Torhüterkollegen Dejan Peric mitgehört zu haben. In diesem soll Sterbik erzählt haben, dass zunächst Vujovic ihn beim Essen und später noch zwei Funktionäre gebeten hätten das Spiel zu verlieren. “Er lügt nicht, er ist ein großer Sportsmann und Patriot. Als Mitglied der ungarischen Minderheit in Serbien hätte er auch für die ungarische Nationalmannschaft spielen können, aber er hat das abgelehnt, um für Serbien und Montenegro zu spielen”, so Skrbic in der “Marca”.

Kurz darauf hat auch der ebenfalls in Spanien spielende Zikica Milosavljevic die Vorwürfe bestätigt. Der serbische Mannschaftsführer erklärte, dass Sterbik die Wahrheit sage und kündigte an, dass schon bald eine Erklärung der serbischen Nationalspieler folgen werde. Diese sei bereits verfasst, müsse aber noch von einigen Spielern unterschrieben werden.

Vujovic selbst wehrte sich unterdessen gegen die Vorwürfe. In serbischen Medien erklärte er, dass die Bitte das Spiel zu verlieren nur ein Motivationstrick gewesen sei. Obwohl für Serbien das Verfehlen des Halbfinals bereits vor der Partie fest stand, sollte seine Mannschaft alles geben. Er habe daher erwartet, dass seine Spieler diese Bitte ablehnen und dann vor dem Spiel auch klar gestellt, dass er einen Sieg seiner Mannschaft erwarte. Zudem erklärte Vujovic, dass er die serbische Zeitschrift Politika verklagen werde, die behauptet hatte, dass er und der kroatische Vizepräsident Zoran Gobac gemeinsam auf einen kroatischen Sieg mit mindestens vier Toren Unterschied gewettet haben sollen.

Quelle: sportal.de 

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Croatia Blog - 01.06.2016
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