Kroatien gewinnt 3:2 gegen Argentinien

Erschienen in: Sport
Erschienen am: 02.03.2006

Der Fussball-Leckerbissen der beiden WM-Teilnehmer von Argentinien und Kroatien schmeckte trotz der Kälte in Basel. Der unterhaltsame Test schien leistungsgerecht 2:2 zu enden, als Dario Simic von Milan die Gauchos in der Nachspielzeit mit dem 3:2 überraschte.

Drei Tore in den ersten sieben Minuten: Argentinien und Kroatien zündeten ein Startfeuerwerk und erwärmten die nur 13 138 frierenden Zuschauer im St-Jakob-Park. Ivan Klasnic von Werder Bremen brachte Kroatien nach einem Abpraller von Torhüter Roberto Abbondanzieri (3.) in Front, ehe «Fussball-Wunderknabe» Lionel Messi (18) erstmals seine Klasse demonstrierte. Der hochbegabte Jungsprund mit dem langen Haar preschte auf der rechten Flanke auf und davon, schob mit dem Innenrist des linken Fusses gefühlvoll ins lange Eck, so dass Carlos Tevez (4.) einsenden konnte. Und in der 7. Minute bestrafte Messi vom FC Barcelona, den die Katalanen mit einem Vertrag bis 2014 ausrüsteten, einen krassen Abspielfehler von Stejepan Tomas nach einem Rush mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze mit dem 2:1.

Kroatien, der WM-Dritte von 1998, setzte aber nach der Pause zu, glich durch einen Kopfstoss des sträflich freigelassenen Darijo Srna (52.) aus und kam in der Nachspielzeit, als auch Mladen Petric vom FC Basel noch einige Sekunden spielen durfte, zum letztlich glückhaften 3:2-Sieg. Die in der zweiten Halbzeit druckvoller auftretenden Kroaten deckten Lücken in der unkonzentrierten argentinischen Hintermannschaft auf. Während die «Gauchos» in der Offensive mit ihrem Dreimann-Sturm Messi, Crespo und Tevez, für den sich einst die Bayern intensiv bemühten, Weltklasseniveau versprühten, hinterliess die Abwehr einen zwiespältigen Eindruck. Doch an der WM in Deutschland wird Argentinien nicht mehr derart körperlos und undiszipliniert spielen, kann wieder auf erfahrene Kräfte wie Ayala und Sorin in der Hintermannschaft zurückgreifen und muss daher und trotz der Niederlage gegen Kroatien ins Kalkül der Titelanwärter eingerechnet werden.

Kroatien war physisch überlegen, wohl etwas steif und hölzern in der Abwehr, verfügt aber auch technisch über Ressourcen und zeigte sich im letzten ernsthaften Test vor der WM-Selektion ehrgeizig und zielstrebig. Während man um die Qualitäten von Dado Prso und Niko Kovac weiss, empfahl sich ein junger 20-jähriger Mittelfeldspieler namens Luka Modric von Dinamo Zagreb, der ebenfalls viel Gefühl in den Füssen hat.

Die Kulisse im St.-Jakob-Park war dürftig. Die bevorstehende Basler Fasnacht, die bittere Kälte und die doch hohen Eintrittsspreise (Durchschnitt: rund 75 Franken) drückten auf die Besucherzahl.

WM-Test in Basel

Argentinien – Kroatien 2:3 (2:1)
St.-Jakob-Park, Basel. – 13 138 Zuschauer. – SR Nobs (Sz). – Tore: 3. Klasnic 0:1. 4. Tevez 1:1. 7. Messi 2:1. 52. Srna 2:2. 92. Simic 2:3.
Argentinien: Abbondanzieri; Coloccini (60. Gonzalez), Burdisso, Samuel; Ponzio, Demichelis, Riquelme, Cambiasso; Messi, Crespo (75. Milito), Tevez (68. Aimar).
Kroatien: Pletikosa; Simic, Tudor, Tomas (46. Tokic); Srna, Niko Kovac (82. Jerko Leko), Modric (84. Ivan Leko), Babic; Kranjcar (91. Buljat); Klasnic (75. Olic), Prso (91. Petric).
Bemerkungen: Argentinien ohne Ayala, Saviola und Sorin (alle verletzt). Verwarnungen: 50. Srna (Unsportlichkeit, Ball wegschlagen), 83. Burdisso (Foul), 87. Tudor (Foul). Japans Nationalcoach Zico und Sir Alex Ferguson (ManU) unter den Zuschauern. 250 akkreditierte Journalisten, davon 50 Japaner (WM- Gegner von Kroatien).

Quelle: baz.ch 

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Croatia Blog - 29.03.2015
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