Kostelic holt erstes Gold bei Olympia

Erschienen in: Sport
Erschienen am: 18.02.2006

Kostelic – “Rekorde sind zum Brechen da”

Janica Kostelic hat am Samstag in San Sicario eine neues Kapitel in ihrer einzigartigen Rekordgeschichte geschrieben. Mit Gold in der Kombination holte die 24-jährige Kroatin ihre bereits fünfte Olympia-Medaille und ist mit vier Titel bei den Alpindamen alleinige Nummer eins. Kostelic wird es nicht dabei belassen, auch wenn sie am Sonntag im Super G “zu 99 Prozent” nicht dabei ist. “Rekorde sind da, um gebrochen zu werden”, sagte Kostelic.

Niemandem steht es so zu, diesen Satz zu sagen, wie ihr. Erst im Jänner hatte sie als dritte Skifahrerin in allen fünf klassischen Alpin-Disziplinen gewonnen, unmittelbar vor Olympia hatte sie mit dem Slalomsieg in Ofterschwang dieses Kunststück sogar innerhalb einer Saison zu Wege gebracht. Vor Kostelic war das nur Petra Kronberger gelungen.

Aber schon in Deutschland hatte Kostelic das mit einem Schulterzucken hingenommen. “Nett, wenn es passiert. Aber das ist nicht der Grund, warum ich Ski fahre”, sagte sie auch diesmal.

Mehr als ihre vierte Goldmedaille freue sie, dass ihr Bruder Ivica endlich eine Olympiamedaille gewonnen habe, verblüffte die Zagreberin, die wieder einmal die Buchstaben Ivica auf ihre Fingernägel gemalt hatte. “Natürlich wäre es dumm zu sagen, dass Gewinnen für mich normal ist. Für Ivica hat das aber so enorm viel bedeutet, ich habe ja schon eine Menge.”

Den Mittelfingernagel der linken Hand zierte am Samstag ein “B”, der Anfangsbuchstabe ihres Freundes. “Jenny” ist bekanntlich seit einiger Zeit mit dem Profitaucher Boris Ivancic aus der Nähe von Rijeka liiert.

Liebe macht stark, aber nicht zwangsläufig gesund. Deshalb hatte Kostelic schon am Mittwoch als regierende Weltmeisterin die Spezialabfahrt ausgelassen, wird das womöglich auch mit dem Super G tun. “Ich hatte in der Kombiabfahrt keine Kraft mehr, Gott sei dank aber schnelle Ski. Jetzt brauche ich eine Pause, ich bin komplett ausgepowert.”

Die Konkurrenz kann sich trotzdem warm anziehen. Vor einem Jahr hatte Kostelic bei der WM in Italien krankheitsbedingt ebenfalls zwei Bewerbe ausgelassen, die restlichen drei aber gewonnen. “Vielleicht fahre ich sogar stärker, wenn ich krank bin. Da pushe ich einfach mehr”, rätselte die Zagreberin wieder einmal über sich selbst.

Fast schon eine Ohrfeige für die Konkurrenz. Allen voran für Anja Pärson, die eigentlich die Olympia-Königin werden möchte. “Anja war wirklich nicht sehr happy”, sagte Kostelic. “Ich an ihrer Stelle würde es aber anders sehen. Sie hätte auch Vierte werden können, hat aber jetzt zwei Medaillen. Ich an ihrer Stelle wäre glücklich.”

Ihre eigene Überlegenheit sei schwer in Worte zu fassen, sagte Kostelic. “Es ist ja nicht so, dass ich automatisch davon ausgehe, zu gewinnen. Ich weiß, man versteht mich diesbezüglich schwer. Aber Medaillen sind da, um gewonnen zu werden. Das ist das Normale daran. Diese heute lasse ich hinter mir und konzentriere mich auf das, was noch kommt.”

Quelle: Nachrichten.at

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Croatia Blog - 01.02.2016
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